Warum das Industriegebiet Goldene Aue nicht selbst vermarkten?
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Die ersten 100 Tage seien wie im Flug vergangen. „Nach dem Kurzwahlkampf um den deutschen Bundestag ging es mit hoher Intensität nahtlos über in die Regierungsarbeit“, beschreibt der aus Brehme im Eichsfeld stammende CDU-Abgeordnete David Gregosz die zurückliegenden Wochen und Monate.
Der 41-jährige Unternehmer kümmert sich im Bundestag um die Innen- und Europapolitik. Doch es geht ihm auch darum, den eigenen Wahlkreis in Berlin gut zu vertreten und für die Region das Beste herauszuholen, sagt der Politneuling. „Es geht mir um die Ansiedlung von Unternehmen, die Anbindung des ländlichen Raums an die Ballungszentren und um das Werben für die Region“, nennt er drei zentrale Punkte seiner Politik.
Das Industriegebiet in der Goldenen Aue ist ein wichtiges Beispiel. „Ich habe keine Bedenken gegen die Ansiedlung von Rüstungsfirmen dort“, macht er deutlich. Der diesbezügliche Vorschlag des Nordhäuser Landrats Matthias Jendricke (SPD) sei nicht falsch gewesen, er hätte aber einen anderen Weg gewählt, so Gregosz.
Es habe zehn Bewerbungen oder Reservierungen von Unternehmen gegeben, die nicht zum Ziel geführt hätten. „Ich denke, es liegt nicht nur an der Landesentwicklungsgesellschaft, sondern an dem generellen Problem, freie Flächen in Thüringen zu besetzen“, führt er aus. Man müsse in Berlin noch mehr für die Region werben. Eine Idee wäre es, das Industriegebiet Goldene Aue selbst zu vermarkten, um die Chancen für Ansiedlungen zu verbessern.
Das Problem der Region sei die generelle Überalterung und das Abwandern der jungen Menschen. „Wir müssen die Abgewanderten wieder zurückholen und den Wirtschaftsstandort stärken“, ist Gregosz überzeugt. Dabei sei das Image der Region ganz wichtig. „Die Stimmung war zuletzt nicht die beste, auch aufgrund der jüngsten AfD-Erfolge“, gibt er zu bedenken.
Nordhäuser Doppelkorn ist starke Marke
Dabei habe die Nordthüringer Region auch ihre Stärken. „Man kann uns in der Mitte Deutschlands gut verorten. Und der Nordhäuser Doppelkorn, die Eichsfelder Stracke und der Kyffhäuser sind starke Marken auf der Landkarte“, rät er dazu, das eigene Licht nicht unter den Scheffel zu stellen.
Angesichts der derzeitigen Finanznot der Kommunen setzt Gregosz seine Hoffnung in das Sondervermögen, das die Bundesregierung für die Länder und Kommunen aufgelegt hat. „Wir müssen den Kommunen wieder Luft zum Atmen geben, weil die Fixkosten zuletzt immer weiter gestiegen sind“, macht er deutlich.
Und man müsse endlich die Projekte zum Laufen bringen, die schon viele Jahre auf ihre Umsetzung warten. „Es kann doch nicht sein, dass der Ausbau der B 4 an den Sundhäuser Bergen an Kapazitätsgründen und der Bürokratie scheitert. Hier müssen wir besser voran und ins Gelingen kommen“, fordert der Nordthüringer.
Hans-Peter Blum - TA